Interview mit der Nachhaltigen Schülerfirma „Anna Freuds Faire Bude“

Die Nachhaltige Schülerfirma „Anna Freuds Faire Bude“ verkauft in den großen Pausen ausschließlich fair gehandelte Produkte an. Diese werden auch an einem selbst entworfenen und gebauten Verkaufswagen verkauft. So können auch Schülerinnen und Schüler mit körperlichen Einschränkungen das Angebot von „Anna Freuds Faire Bude“ nutzen. Die Nachhaltige Schülerfirma ist wirtschaftlich erfolgreich und spendet einen Teil des Gewinns an gemeinnützige Projekte. Darüber hinaus wird das Geld für Fortbildungen von externen professionellen Experten eingesetzt. Ein Schüler, der seit drei Jahren Mitglied der Nachhaltigen Schülerfirma ist, stand der NaSch-Community-Redaktion zu einem Interview zur Verfügung.

„Anna Freuds Faire Bude“ versteht sich wichtiges und nachhaltiges Bildungsprojekt: Lernende und Lehrende lernen fair gehandelte Produkte kennen und werden über ihren Ursprung und globale Gerechtigkeit informiert. Dabei können die Schülerinnen und Schüler der AG als Fairhandelsexperten gezielt informieren und so das erworbene Wissen weitergeben.

Wie seid ihr auf die Idee für eure NaSch gekommen?

Die Idee einer Nachhaltigen Schülerfirma kam, weil es vor dem Hausmeisterkiosk, den wir uns mit einer anderen Schule teilten, vermehrt Gedrängel gab. Besonders die Rollifahrer konnten sich häufig nicht dagegen wehren. Deshalb wurde in der Schülerversammlung beschlossen, einen eigenen Kiosk zu eröffnen. Daraufhin entwickelte die Schule dafür das Konzept. Der Kiosk, mit dem Namen „Faire Bude“ sollte, über eine AG organisiert und als Schülerfirma gemanagt werden. Dieser öffnete im August 2011. Jeder ist bei uns willkommen und kann mitarbeiten. Bis heute machen Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 mit.

Was ist das Besondere an eurer NaSch?

In unserer Schülerfirma „Faire Bude“ werden ausschließlich fair gehandelte Produkte verkauft: Das Angebot reicht von Schokoriegeln und Bananenchips über Fruchtgummis und Pfefferminzbonbons bis hin zu Cola, Limo oder Lassis. Auch fair gehandelter Kaffee wird an Lehrer und Eltern verkauft. Unser Verkaufswagen ist mobil und kann auch aus dem Rollstuhl heraus bedient und genutzt werden. Seit dem 30. Januar 2015 sind wir von Fairtrade Deutschland als Fairtrade School ausgezeichnet worden.

Warum ist euch fairer Handel wichtig?

Ich kann in diesem Fall nicht für die gesamte AG mit allen MitgliederInnen sprechen. Ich für meinen Teil denke aber, dass es sowohl aus politischen , solidarischen und humanitären Gründen unsere Pflicht ist, die Länder der Dritten Welt durch unter anderem auch durch fairen Handel zu unterstützen.

Was war bisher die größte Herausforderung bzw. das größte Problem, das ihr lösen musstet?

Da wir eine AG sind, ändert sich jährlich die Zusammensetzung unserer Teammitglieder. Problematisch wurde es, als wir eine sehr kleine Gruppe waren und nicht alle Aufgaben in unserer Schülerfirma abdecken konnten. Aber die AG-Mitglieder erklärten sich bereit, zusätzliche Schichten zu übernehmen. So konnte das Problem gelöst werden.
Ein weiteres Problem gab es, als regelmäßig größere Mengen Geld gefehlt haben, Dies hatte  ein Mitglied der AG unberechtigterweise aus der Kasse genommen. Durch stärkere Kontrollen der Einnahmen und Ausgaben konnten wir aber auch dieses  Problem lösen.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Vor allem haben wir durch die NaSch viel über den fairen Handel erfahren: Was das Ziel des fairen Handel ist, warum er wichtig ist, wie man ihn unterstützen kann usw. Darüber hinaus haben wir durch die „Arbeitsgruppen“ auch lebenspraktische Dinge wie Grundzüge der „Wirtschaftsmathematik“ gelernt.

Welche Erfahrung beziehungsweise welchen Tipp könnt ihr Schülerfirmen geben, die sich zu einer Nachhaltigen Schülerfirma weiterentwickeln möchten?

Wir sind davon überzeugt. Dass das  Konzept NaSch nur durch Werbung für den Gedanken des fairen Handels funktionieren kann. Daher sollten sich viele Projekte zu diesem Thema zu organisieren.

Was möchtest du beruflich einmal machen?

Ich habe den Traum, nach meinem Abitur Jura zu studieren und mich danach auf das Völkerrecht zu spezialisieren. Nach meinem Studium würde ich gerne ein freiwilliges Jahr für die UNO-Flüchtlingshilfe machen. Auf lange Sicht würde ich gerne im diplomatischen Dienst oder in der Politik arbeiten.

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