Interview mit der Nachhaltigen Schülerfirma „Young & Fair“

Die Nachhaltige Schülerfirma „Young & Fair“ des Ludwig-Meyn-Gymnasiums in Uetersen verkauft individuell bedruckte, fair gehandelte und nachhaltige Textilien, hauptsächlich an andere Schulen, Vereine und Veranstalter. Um den Gedanken von Fair-Trade weiter zu verbreiten, nimmt die Schülerfirma unter anderem auch an Messen teil. Der NaSch-Community-Redaktion standen sie zu ihren Erfahrungen und ihren Wünschen Rede und Antwort. Darin berichten sie auch darüber, was Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit für sie bedeutet.

Alle Aufgaben von der Kontaktaufnahme bis hin zum Auftragsabschluss werden von Schülerfirmen-Mitgliedern selbst wahrgenommen. Das gilt auch für die Entwicklung von Designs und Marketingstrategien. Bereits beim Einlauf der Produkte ist es den Mitgliedern von „Young & Fair“ wichtig, nur bei solchen Herstellern einzukaufen, die umweltschonend produzieren sowie die Fair-Trade-Bedingungen einhalten.

Wie seid ihr auf die Idee für eure NaSch gekommen?

In der 9. Klasse hatte unser Lehrer, Herr Dr. Sönke Zankel, die Idee, eine Schülerfirma zum Thema „Handeln mit nachhaltigen und fair gehandelten Textilien“ zu gründen. Diese Idee stellte er uns vor und wir waren alle begeistert. 2012 haben wir uns dann gegründet. Damals waren wir fast 20 Schülerinnen und Schüler, die „Young & Fair“ mit aus der Taufe gehoben haben. Bis heute haben wir unsere Schülerfirma stetig weiterentwickelt ― auch nachdem wir in verschiedene Klassen gewechselt hatten.

Was zeichnet eure NaSch aus und wie setzt ihr Nachhaltigkeit um?

Wir bieten nachhaltig produzierte und fair gehandelte T-Shirts für Schulen, Sportvereine und Projekte an. Das Besondere ist, dass wir die Shirts mit individuellen Motiven bedrucken können. Seit 2015 haben wir auch unsere hauseigene Marke namens „DEFY“. Darunter verkaufen wir nachhaltige Textilien an Einzelkunden. Wir versuchen aber nicht nur über den Verkauf der Produkte den Gedanken der Nachhaltigkeit zu verbreiten. Wir sind auch auf Messen und anderen Veranstaltungen und versuchen dort mit anderen ins Gespräch zu kommen und dabei auf die Themen Nachhaltigkeit und Fair Trade aufmerksam zu machen.

Warum sind euch Umweltschutz oder soziale Gerechtigkeit wichtig?

Umweltschutz ist uns wichtig, weil wir alle dafür verantwortlich sind, dass es auch in fünfzig oder hundert Jahren noch möglich ist, gut auf unserem Planeten zu leben. Dafür ist es notwendig und sogar unumgänglich, die Ressourcen der Erde zu schonen und den nachfolgenden Generationen eine „heile Welt“ zu hinterlassen. Außerdem fühlen wir uns verantwortlich dafür, dass es auch Menschen in den ärmeren Gebieten dieser Welt möglich ist, ein lebenswertes Leben zu führen. Es müssen Umstände geschaffen werden, in denen jeder einen gerechten Anteil für seine Arbeit in der Wertschöpfungskette erhält.

Was war euer bisher größtes Erfolgserlebnis?

Der größte Erfolg für uns ist, dass es unsere Schülerfirma bis heute gibt. Zu Beginn, in der Phase der Konzeption und der Gründung haben wir nicht im Traum daran gedacht, dass es uns gelingen würde, die Firma zu etablieren und sogar Stammkunden zu haben, die regelmäßig bei uns kaufen.

Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet ihr euch für eure NaSch wünschen?

Zunächst einmal anhaltenden Erfolg. Dann die Möglichkeit, in größerem Stil tätig zu werden, also auch über die Grenzen Norddeutschlands hinaus zu verkaufen und zu informieren. Dass unsere Schülerfirma auch dann noch besteht, wenn dessen Gründungsmitglieder im kommenden Jahr ihr Abitur abgelegt haben, wäre unser dritter Wunsch. Es wäre toll, wenn eine neue Generation Schüler „Young & Fair“ weiterführen würde.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Wir haben gelernt, betriebswirtschaftliche Abläufe und die Schwierigkeiten, die mit der Organisation einer Schülerfirma einhergehen, einzuschätzen, zu analysieren und nach Möglichkeit zu vermeiden. Insbesondere ist uns aber mehr und mehr bewusst geworden, dass eine reiche Gesellschaft, wie die, in der wir leben, auf Kosten anderer Menschen lebt. Dies auch anderen vor Augen zu führen ist uns wichtig.

Welche Erfahrung bzw. welche Tipps könnt ihr Schülerfirmen geben, die sich zu einer Nasch weiterentwickeln möchten?

„No risk, no fun“. Das klingt im ersten  Moment nicht besonders aufschlussreich, meint aber, dass sich eine Schülerfirma immer um zwei Kernfragen dreht: Zum einen geht es um die Auseinandersetzung mit einer Thematik und um das Erstellen eines Konzepts. Hier ist es wichtig, sich Zeit zu lassen, mit anderen Schülerfirmen aber auch „richtigen“ Unternehmern ins Gespräch zu kommen, um von ihnen zu lernen. Zum anderen geht es darum, persönlich etwas aus der Tätigkeit in einer Schülerfirma mitzunehmen. Dies umfasst auch, das eine oder andere Mal zu scheitern, aber daraus zu lernen und es das nächste Mal besser zu machen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Was möchtet ihr beruflich einmal machen?

Natürlich haben nicht alle schon konkrete Pläne für ihr späteres Leben. Die Vorstellungen sind dabei ganz unterschiedlich. Von Anwalt, Lehrer, Ingenieur oder Informatikerin bis zum Wirtschaftspsychologen ist alles mit dabei.

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