Interview mit der Nachhaltigen Schülerfirma „FÄRA/planty of green S-GmbH“

Nachhaltigkeit, Ökologie und Ökonomie – Das sind die Leitlinien der Nachhaltigen Schülerfirma „FÄRA/planty of green S-GmbH“ des Stromberg-Gymnasiums in Vaihingen an der Enz. Das seit Juni 2015 bestehende Schülerunternehmen designt, verkauft und vermarktet ökofaire Mode und Accessoires. Der NaSch-Community-Redaktion standen sie zu ihren Erfahrungen und ihren Wünschen Rede und Antwort. Darin berichten sie auch darüber, wie sie Nachhaltigkeit umsetzen.

Zentrales Thema von „FÄRA“ ist das Thema Nachhaltigkeit. So achten die Schülerinnen und Schüler bei der Beschaffung der von T-Shirts, Hoodys, Baumwolltaschen und Co darauf, dass diese nach ökologischen und sozialen Mindestanforderungen produziert und verarbeitet wurden. In Sachen Nachhaltigkeit gehen die Schülerinnen und Schüler der Schülerfirma aber noch einen Schritt weiter: so sind die Logos, auf den Textilien auch inhaltlich dem Gedanken der Nachhaltigkeit verpflichtet.

Was macht eure Schülerfirma?

Die „FÄRA/planty of green S-GmbH“ bietet ökofaire Mode und Accessoires an. Wir wollen zeigen, dass trendige Mode und Nachhaltigkeit kein Gegensatz sind, sondern dass man „Verantwortung tragen" kann.

Wie seid ihr auf die Idee für eure NaSch gekommen?

Angefangen hat alles mit einer Arbeitsgemeinschaft im vergangenen Schuljahr. Die Arbeit hat den damaligen 15 Mitgliedern der AG so viel Spaß gemacht, dass sie beschlossen haben, die Geschäftsidee auf stabilere Beine zu stellen und eine Schülerfirma zu gründen. Gemeinsam mit zwei betreuenden Lehrern haben wir dann im Sommer 2015 den Schritt in die Praxis gewagt und den Kooperationsvertrag zur Gründung eines eigenen Schülerunternehmens unterzeichnet.

Und der Weg bis dahin?

Der war ganz schön anspruchsvoll. Wir mussten uns ja nicht nur eine nachhaltige Geschäftsidee ausdenken und entwickeln sondern uns auch Grundlagenwissen rund um die Themen Globalisierung und Nachhaltigkeit aneignen. Aber auch betriebswirtschaftliches Wissen war wichtig und notwendig. Dies reichte von Fragen zur Unternehmensführung oder der Buchführung bis hin zur Frage, wie wir das nötige Startkapital erwirtschaften können.

Wie setzt ihr Nachhaltigkeit in eurer NaSch um?

Unsere T-Shirts, Hoodys und Baumwolltaschen sind entsprechend der Standards von GOTS und der Fairwear-Foundation zertifiziert. Das heißt, es werden sowohl ökologische als auch soziale Mindestanforderungen eingehalten. So wird die Baumwolle, aus denen die Textilien gefertigt sind, nach den Richtlinien des biologischen Landbaus angebaut. Auch die Baumwollpflücker erhalten faire Löhne. Die Bedruckung erfolgt mit ökologischen Farben und nachhaltigen Druckverfahren in einem Berliner Unternehmen, das vorrangig Menschen mit Behinderung beschäftigt.

Habt ihr noch weitere Kooperationspartner?

Ja. Wir kooperieren auch mit dem in Stuttgart ansässigen Unternehmen „Greenality“. Auf dem Weg für unsere Zusammenarbeit waren viele Mails und Telefonate nötig. Jetzt sind wir froh und stolz, dass wir es geschafft haben und so einen tollen Partner haben.

Warum ist euch ökofaire Mode wichtig?

Das sind ganz unterschiedliche Gründe. Zum einen wollen wir nicht mit verantwortlich sein für die schlechte Bezahlung und Arbeitsverhältnisse von Arbeitern und dieses auch nicht unterstützen. Gleichzeitig wollen wir auch andere zum Nachdenken darüber anregen, was sie  in ihrem Alltag tragen und unter welchen Bedingungen diese Textilien produziert wurden. Schließlich wollen wir auch zeigen, dass sich auch junge Menschen mit ökofairen Textilien kleiden können und dass ökofaire Mode alles andere als langweilig ist.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Das ist eine ganze Menge. Zuerst einmal, was Nachhaltigkeit überhaupt bedeutet und dass es mehr ist, als ökologisch zu produzieren. Auch Organisation, Planung und sorgfältiges recherchieren haben wir gelernt. Die Aussage „keine Buchung ohne Beleg“ werden wir nie wieder vergessen. Vor allem seit dem Zeitpunkt, als wir 200 Euro zu viel in der Kasse hatten und keiner wusste, wo dieser Betrag herkommt. Aber vor allem haben wir gelernt, dass jeder etwas bewegen kann, wenn er das will.

Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet ihr euch für eure NaSch wünschen?

Vor allem wünschen wir uns, dass wir die Ziele erreichen, die wir uns gesetzt haben. Toll wäre es, wenn wir mit weiteren Unternehmen kooperieren könnten um uns weiterzuentwickeln. Weiterhin viel Freude an unserer Arbeit im Team ist auch ein Wunsch. Aber vor allem wünschen wir und viele gute Aufträge, so dass unsere Schülerfirma wächst und gedeiht und auch noch in vielen Jahren existiert.

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