Interview mit der Nachhaltigen Schülerfirma "Fairsalzen"

„Fairsalzen“ wurde 2013 gegründet und wächst seitdem stetig. Transparenz – Partizipation – demokratische Entscheidungsfindung – sind zentrale Handlungsprinzipien. Begleitet von der Volksbank Lüneburger Heide eG ist „Fairsalzen“ seit März 2016 eine Nachhaltige Schülergenossenschaft. Darüber hinaus ist sie Teil der Bildungsinitiative „Schülerfirmen als Fair Trade Botschafter“. Der NaSch-Community-Redaktion standen Sie zu ihren Wünschen und Erfahrungen Rede und Antwort.

„FairSalzen“ ist eine nachhaltig wirtschaftende Schülerfirma, die biologisch erzeugte, regionale und nach Möglichkeit fair gehandelte Produkte anbietet. Unter der Leitung der Lehrkräfte Anne-Kathrin Dierschke und Kathrin Dräger betreibt „Fairsalzen“ einen Snack-Automaten in der Cafeteria am Gymnasium Salzhausen und bietet darüber hinaus ein Catering für schulische Veranstaltungen an.

Wie sahen die ersten Schritte in euer NaSch aus?

Ursprünglich war es das Projekt eines Seminarfachkurses. Dann haben die Schülerinnen und Schüler dort ihr Abitur gemacht und Frau Dräger und Frau Dierschke  haben das Projekt übernommen. Seitdem steht es allen frei dort mitzuarbeiten.
Wir haben mit fünf Leuten angefangen. Das war ganz schön anstrengend, alles zu schaffen. Mittlerweile sind wir über zwanzig feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jahrgangsstufen fünf bis elf. Wir treffen uns regelmäßig immer am Dienstag- und Mittwochnachmittag, um gemeinsam im Einkauf, im Marketing, in der Buchhaltung oder dem Bereich Automatenwartung tätig zu sein. Zusätzlich haben wir noch rund fünfzehn freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Catering-Aufträge.

Beschreibt kurz eure NaSch.

„Fairsalzen“ hat insgesamt vier zentrale Handlungsfelder:

  • Verkauf von fair gehandelten Produkten,
  • Catering von fair gehandelten Produkten für schulische Veranstaltungen,
  • Planung und Durchführung von schulbezogenen Verkaufsaktionen,
  • Planung und Durchführung von Aktionen im Rahmen des Konzepts „Bildung für Nachhaltige Entwicklung am Gymnasium Salzhausen“.

Besonders an uns ist, dass wir ausschließlich mit FairTrade-Produkten handeln und, dass wir jedes Jahr an unsere Partnerschule in Watoto Wetu in Tansania unterstützen und den Kontakt weiter ausbauen. Im Kleinen ist besonders an „Fairsalzen“, dass jeder von uns alles tun kann und es so auch niemals langweilig wird.

Warum habt ihr die Unternehmensform der Genossenschaft gewählt?

Die Struktur einer Genossenschaft passt in unseren Augen am besten zu unserer Philosophie und Arbeitsweise. Denn unsere Leitprinzipien Transparenz, Partizipation, demokratische Entscheidungsfindung können in einer Genossenschaft besser gelebt werden als in einer anderen Unternehmensform. Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden.

Warum ist euch fairer Handel wichtig?

Wir wollen die Welt ein kleines Stückchen besser machen wollen, um Kindern, die zur Zeit noch arbeiten müssen, es eines Tages zu ermöglichen zur Schule zu gehen. Wir wollen durch unsere Arbeit aber auch zeigen, wie wichtig nachhaltiges Handeln ist und, dass es total viel Spaß macht unternehmerische tätig zu sein.

Was war bisher die größte Herausforderung bzw. das größte Problem, das ihr lösen musstet?

Das größte Problem war der Start im Jahr 2013. Wir hatten nur ein ganz kleines Startkapital und zu wenig Mitarbeiter. Hinzu kamen dann auch noch Lieferprobleme. Aber wir haben durchgehalten und auch aus unseren Fehlern gelernt.

Was war bisher das lustigste Erlebnis?

Unser lustigstes Ereignis war es unter Anleitung einer Seminarleiterin selbst Schokolade herzustellen. Dabei haben wir auch viel über den Weg von der Kakaobohne zur Schokolade erfahren. Das war sehr interessant.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Eine ganze Menge. Wir haben jetzt eine bessere und genauere Vorstellung davon was es bedeutet, Fair zu handeln und wie wirtschaftlich und sozial verantwortlich handeln allgemein funktioniert. Auch in Sachen Buchhaltung und Rechnungslegung haben wir viel gelernt: dass Rechnungen nicht auf Schmierzetteln geschrieben werden oder dass man bei Bestellungen ein Datum mit drauf schreiben muss. Das sind nur einige Beispiele.

Welche Erfahrung bzw. welchen Tipp könnt ihr Schülerfirmen geben, die sich zu einer Nachhaltigen Schülerfirma weiterentwickeln möchten?

Wir können nur sagen ,,Es gibt immer einen Weg!“ Egal wie schwer der Anfang auch sein mag, jedes Problem ist lösbar. Durchhalten ist wichtig.

Was möchtet ihr beruflich einmal machen?

Wir sind ziemlich vielschichtig interessiert. Einige von uns möchten Anwalt, Arzt oder Lehrer werden. Andere möchten gern in die Politik. Und wieder andere möchten eher mit den Händen arbeiten“ und Bauarbeiter, Landwirt oder Laborant werden.

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