In der Schülerfirma "NoSense" ergibt alles Sinn

Die Schülerfirma "NoSense" der Berufsbildenden Schule Wirtschaft in Bad Kreuznach hat sich auf das Upcycling von Second-Hand-, Basic-Kleidung und weggeworfener Kleidung beziehungsweise Stoffresten spezialisiert. Der NaSch-Community-Redaktion standen sie zu ihrer Arbeit in einem Blitzinterview nun Rede und Antwort.

Die Kleidung und Stoffreste, die die Grundlage des Arbeitens in der Schülerfirma sind, werden unter anderem von Mitschülern und ortsansässigen Schneiderbetrieben gespendet. Neben dem Upcycling stellt die 2016 gegründete Schülerfirma daraus auch eigene Produkte wie Kissen, Weihnachtsschmuck, (Kosmetik-)Beutel oder Kirschkernkissen her. Dabei werden auch individuelle Kundenwünsche realisiert.

Wie seid ihr auf die Idee für eure NaSch gekommen?

Unser Team der
Schülerfirma „NoSense“ war auf einer
langen Suche nach einer
perfekten Geschäftsidee.
Von Beginn an waren wir
uns sicher, die Aspekte
des Umweltschutzes und
der Eigenfertigung in
unser Geschäftsmodell
einzubringen. Bei unserem ersten Zusammentreffen als Team sprachen wir über unser alltägliches Handeln und dessen Folgen. Das Konzept des Recycelns kam uns dabei schnell in den Sinn. Wir verbanden diese Idee mit unserer Leidenschaft, der Mode: Unser grober Geschäftsplan stand fest und begeisterte alle Mitglieder der Schülerfirma. Von da an nahm alles Gestalt an. Voller Elan ging jedes Teammitglied nach Hause und suchte direkt nach alter, verwendbarer Kleidung um die ersten Muster zu gestalten.

Wie ist denn euer Firmenname "NoSense" entstanden

Als wir unsere ersten Muster gestalktetten hatten wir die Idee dazu. Es macht keinen Sinn, seine alte, getragene Kleidung einfach so wegzuschmeißen. „NoSense“ nannten wir somit unser Unternehmen, gefolgt von unserem Leitsatz: "There is no sense in throwing away your old clothes!“.

Wie setzt ihr Nachhaltigkeit in eurer NaSch um?

Bevor wir mit unserer Produktion begannen, stellten wir uns das Ganze sehr einfach vor: In Gruppen vereinten sich mehrere Teammitglieder und nähten aus gebrauchtem Stoff Kissen und Taschen zusammen. Doch die ganze Produktion erwies sich schwerer als Gedacht: Kaputte Nähmaschinen, gerissener Garn und abgebrochene Nadeln waren nur ein Teil der Ernüchterung. Doch wir ließen und nicht unterkriegen! Stunden verbrachten wir damit, unsere Fähigkeiten zu optimieren und schließlich hatten wir den Dreh raus! Kissen konnten wir innerhalb mehrerer Minuten herstellen und somit unsere Produktion erhöhen. Wir entwickelten auf diesem Gebiet ein Gewisses Know-how und konnten komplizierte Techniken, wie zum Beispiel das Annähen von Reißverschlüssen, sorgfältig und ohne Probleme ausführen. Die Pflicht der Herstellung wurde dadurch für uns ein Hobby.

Was war bisher die größte Herausforderung bzw. das größte Problem, das ihr lösen musstet?

Die ersten Produkte waren produziert, da standen wir vor unserem nächsten Problem: Wie bringen wir unser Produkt an den Mann? Angefangen bei kleinen Weihnachtsmärkten arbeiteten wir uns hoch bis zu Ständen in Shoppingmalls und überwanden somit Schritt für Schritt unsere anfänglichen Verkaufsschwierigkeiten.

Was war bisher das lustigste Erlebnis?

Unser lustigstes Erlebnis war wohl die Verwechslung zwischen Nähmaschine und Zusatzmaschine. Diese sieht aus wie eine Nähmaschine, ist jedoch keine. Eine Schülerin versuchte stundenlang verzweifelt an der „Nähmaschine“ ihre ersten Produkte zu nähen nachdem sie irgendwann feststellte, dass auf dem Produktkarton „Zusatzmaschine für Nähmaschine“ stand.

Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet ihr euch für eure NaSch wünschen?

Hätten wir drei Wünsche frei, dann wären diese zum einen bessere Verkaufszahlen, da wir wirklich Herzblut in unsere Produkte gesteckt haben und zum anderen mehr Zeit um unsere Produkte zu perfektionieren und die Idee auszuarbeiten. Und zu drittens weniger Stress in der Kombination unsere schulischen Leistungen aufrecht zu halten und Ausarbeitung unserer Juniorfirma.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Trotz des Stresses und den anfänglichen Schwierigkeiten die uns auf die Probe stellten, sind wir sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten an dem Projekt teilhaben zu können, denn wir haben dazu gelernt und uns theoretisch sowie in der Praxis weiterentwickelt. Teamarbeit stand bei uns an erster Stelle, wir mussten uns aufeinander verlassen können, da jeder in einer wichtigen Position für die Erhaltung unserer Juniorfirma stand, so wie wir uns gegenseitig geholfen haben was Produktion und Verkauf anging. Das sind unsere wertvollsten Erfahrungen.

Apropos: Welche Erfahrung bzw. welchen Tipp könnt ihr Schülerfirmen geben, die sich zu einer Nasch weiterentwickeln möchten?

Unsers Tipps, insbesondere für Schülerfimen die sich in der Gründung befinden, sind:

  • Nehmt nicht die erst beste Geschäftsidee die euch einfällt. Denkt weiter und überlegt gut wie einfach oder schwer Herstellung und Verkauf werden könnte.
  • Bedenkt die Umwelt bei eurer Geschäftsidee. Sucht nach Fakten und Informationen, die dabei helfen nachhaltiger zu sein.
  • Teilt euch eure Zeit gut ein. Bedenkt dabei wann ihr viel für die Schule lernen müsst und wann ihr Zeit habt zu produzieren, damit nicht kurz vor Verkaufsterminen Stress ausbricht.

Was möchtet ihr beruflich einmal machen?

Da wir alle kurz vor unserem Abitur stehen, ist die Frage in welche Richtung es uns nach dem Abitur führt, ziemlich aktuell. Für einige spielt dabei die Juniorfirma eine große Rolle. Unter anderem haben wir eine Schülerin, die in der Juniorfirma die Finanzen geführt hatte und nun für ihre berufliche Laufbahn bereits einen Platz beim Finanzamt ergattern konnte. Eine andere Schülerin hat an dem kreativen Teil unserer NoSense-Firma Gefallen gefunden und hat sich dazu entschieden nach dem bestandenen Abschluss in eine kreative Richtung zu studieren.
Auch wenn ein paar unserer NoSense-Mitglieder sich später entscheiden einen komplett anderen Weg einzuschlagen, kann jeder Einzelne von uns behaupten, dass es eine unvergessliche Erfahrung war und man das Verständnis wie eine Firma aufgebaut ist und funktioniert vorweisen kann.

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