Interview mit der nachhaltigen Schülerfirma "Pro Recycling"

Die Schülerfirma vertreibt seit 2009 erfolgreich Recyclingpapiermaterialien. Sie werden vor allem zu Beginn eines jeden Schuljahres in Form von fertig zusammengestellten Paketen und im laufenden Schuljahr durch freien Verkauf an die Schülerinnen und Schüler verkauft. In unsererm Interview erzählen sie über die nachaltige Schülerfirma und über die Herausforderungen im Alltagsgeschäft.

Kern der Arbeit der Schülerfirma  ist der Verbund von Ökonomie, Ökologie, Praktikabilität  und sozialen Aspekten. Einmal pro Woche treffen sich die Mitglieder der Schülerfirma, um in unterschiedlichen Arbeitsgruppen von "Pro Recycling" zu arbeiten und neue Ideen zu entwickeln. Unterstützt werden sie dabei von zwei Lehrkräffen. Jeder interessierte Schüler der Schule hat die Möglichkeit, bei Interesse in der Schülerfirma mitzuarbeiten und diese mit neuen Ideen zu berreichern.

Wie seid ihr auf die Idee für eure NaSch gekommen?

Unsere Schülerfirma entwickelte sich 2009 aus einem Projekt im Rahmen unserer Profilklasse Forscher. Aus diesem Projekt entstand auf Grundlage von Schülerinitiativen und Unterstützung von Lehrkräften die ProRecycling-AG. Seitdem versorgen wir unsere Schule mit recycelten Schulmaterialien.

Was ist das Besondere an eurer NaSch?

Wir verkaufen und verteilen jährlich unsere Starterpakete mit allen notwendigen Materialien für das Schuljahr. Diese werden in den unteren Jahrgängen sehr gerne gekauft. Aber auch in den Klassen 7-10 haben wir noch viele Kunden, denen der Umweltschutz wichtig ist. Außerdem haben wir einen freien Verkauf entwickelt, durch den die Schüler zu jeder Zeit auf unser Sortiment zurückgreifen können. Der Verkauf basiert auf Vertrauen in unsere Mitschüler. Zudem wird unsere AG weitgehend allein von Schülern geleitet, organisiert und umgesetzt.

Wie setzt ihr Nachhaltigkeit in eurer NaSch um?

Wir verkaufen ausnahmslos Materialien aus zu 100 Prozent recyceltem Papier, welche außerdem das Siegel des Blauen Engels tragen. Wir handeln also nachhaltig, weil wir natürliche Ressourcen schonen und somit mit Blick auf die Zukunft handeln.

Was war bisher die größte Herausforderung oder das größte Problem, das ihr lösen musstet?

Zum einen war es eine Herausforderung, die Schüler zu überzeugen, dass recyceltes Papier genauso gut beschreibbar ist wie Frischfaserpapier. Zum anderen war die Zahlungsmoral in unserem freien Verkauf am Anfang nicht so zuverlässig wie erhofft. Jedoch haben wir das Problem durch wiederholte Aufrufe zu mehr Ehrlichkeit ganz gut in den Griff bekommen. Eine weitere Schwierigkeit, mit der wir jedes Jahr aufs Neue zu kämpfen haben, ist die Zahlungsmoral unserer Kunden. Einige Leute vergessen schlichtweg, das Geld für das Starterpaket nach dessen Erhalt zu überweisen.

Was war bisher das lustigste Erlebnis?

Beim Verteilen der Starterpakete kam einmal eine Frau, die unsere Materialien skeptisch musterte. Wir fragten sie, ob sie ein Paket kaufen möchte. Aber nachdem die Dame sich das Papier angeschaut hatte, sagte sie nur, dass ihre Kinder nicht auf „braunem“ Papier schreiben könnten. Auf unsere Beschwichtigung, das recyceltes Papier gut beschreibbar und besser für die Umwelt sei, verdrehte die Frau nur die Augen und ging. Wir hatten sie anscheinend nicht so überzeugt wie die zahlreichen anderen Käufer.

Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet ihr euch für eure NaSch wünschen?

Erstens, dass wir irgendwann die ganze Schule mit unserem Papier versorgen. Zweitens, dass noch mehr Schüler Umwelt- und Klimaschutz als wichtig empfinden und ihren Beitrag dazu leisten wollen, egal ob das Papier etwas dunkler ist oder die Tierfotos auf den Heften "uncool“ sind. Drittens, dass wir an mehr Wettbewerben und Projekten teilnehmen und somit für mehr Bewusstsein bei den Schülern sorgen. Und viertens,dass wir immer wieder neue, eigene Projekte umsetzen.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Wir haben gelernt, was alles dazu gehört in einer Schülerfirma zu arbeiten, z.B. das Marketing oder der Verkauf. Außerdem lernt man, wie man mit Kunden umgeht, Kritik entgegennimmt, Werbung macht, Briefe für die gesamte Schülerschaft verfasst und eine organisierte Buchhaltung führt.

Welche Erfahrungen bzw. welchen Ratschlag könnt ihr Schülerfirmen geben, die sich zu einer nachhaltigen Schülerfirma weiterentwickeln möchten?

Versucht Leute mit eurer Meinung und euren Projekten zu erreichen und zu motivieren Gutes zu tun. Denkt nicht, dass ihr etwas nicht erreichen könnt, wenn man sich erst einmal in etwas reinkniet, kann man es auch schaffen.

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