Von der Idee zur Gründung – Schülerfirmen berichten, wie’s geht!

"#changemaker ist eine Schülerfirma des Friedrich-von-Alberti-Gymnasiums aus Bad Friedrichshall, die das Thema „Faire Kleidung“ bearbeitet und umsetzt. Ziel ist es, das nachhaltigste T-Shirt einer Schülerfirma zu vertreiben. Der Grundgedanke ist das sinnhafte wirtschaften in der Verantwortung der einen Welt. Hanldunglsleitend für ihre Arbeit ist die Frage, ob Nachhaltigkeit und die Rentabilität eines Unternehmens einen ökonomischen Gegensatz darstellen. Hier berichtet Schülerfirmenmitglied Janne Rotter von ihrem Weg von der Idee bis zur Gründung der Schülerfirma.

Was ist die Grundidee eurer Schülerfirma und wie seid ihr darauf gekommen?

Wir wurden vor allem durch das Rana Plaza Unglück 2013 inspiriert, was uns zu der Frage führte, ob nicht auch ein Geschäftsmodell rentabel wäre, bei dem auf gute Arbeitsbedingungen der Näherinnen in Bangladesch geachtet wird. Diesen Grundgedanken versuchen wir möglichst gut in unserer Schülerfirma umzusetzen.

Welche Vision oder auch Mission verfolgt ihr mit eurer Geschäftsidee?

Es ist unsere Vision, zu zeigen, dass für Mode nicht unbedingt Arbeiter (in Bangladesch) ausgebeutet werden müssen und dass ein transparentes Modell, wie das unserer Schülerfirma, rentabel sein kann. Daher setzten wir Formen der „next economy“ bewusst um. Dabei arbeiten wir ständig an den Gedanken des „fair business“ mit dem Leitmotiv der Nachhaltigkeit am Beispiel unseres T-Shirts.

Wie setzt ihr nachhaltiges Wirtschaften in eurer Schülerfirma um?

Wir haben es uns auch zum Ziel gesetzt, in möglichst jedem unserer Produktionsschritte nachhaltig zu arbeiten. Das geht beispielsweise von Transportmitteln, die dem ILO-Standard entsprechen, über die möglichst faire Bezahlung von Näherinnen in Bangladesch, bis zu der Verwendung von recyceltem Papier beim Druck unserer Flyer.

Was waren die ersten Schritte, die ihr auf dem Weg zur Schülerfirma gegangen seid?

Einer unserer ersten Schritte als Schülerfirma war die Aufgabenverteilung unter den Schüller*innen (beispielsweise: Vertrieb, Marketing, Rechtliches usw.). Danach erarbeiteten wir uns das zu Grunde liegende Know-how, das wir für unsere einzelnen Aufgabenbereiche brauchten. Ein weiterer wichtiger Punkt war auch das Finden und Einrichten eines Lagers für unsere T-Shirts und Hoodies. Danach ging es auch schon direkt daran, uns die Kundenfelder zu erschließen und unsere eigene Website hochzuladen.
Hierbei war uns die Beteilung beim Würth Bildungspreis 2018 eine sehr große Hilfe. Durch die regelmäßige und enge Unterstützung des Kompetenzzentrum in Künzelsau und unserer Mentorin konnten hier die angesprochenen Probleme zeitnah gelöst werden.

Was waren die Herausforderungen, die euch im Gründungsprozess begegnet sind und wie habt ihr diese gemeistert?

Eine große Herausforderung stellte zu Beginn unserer Schülerfirma für uns beispielsweise das Personal da. Mehrere Schüler und Schülerinnen waren mit dem Zeitaufwand, den man für die Schülerfirma aufbringen musste, überfordert und sprangen ab, während andere hinzukamen. Das führte zu einem kleinen „Chaos“ in der Schülerfirma. Dieses wurde auch noch durch Komunikationsprobleme verschärft, da Teile der Schülerfirma oft unzureichend über wichtige Themen informiert waren. Wir lösten beide Probleme damit, dass wir wöchentliche Treffen einführten, die wir auch noch heute beibehalten haben, bei denen wir uns über aktuelle Themen, wie beispielsweise Personalveränderungen, austauschen können.

Gibt es Meilensteine oder Ereignisse, die besonders wichtig für euch waren?

Natürlich gab es mehrere Meilensteine. Der ohne Zweifel wichtigste war für uns allerdings die Auszeichnung mit dem Würth Bildungspreis 2018. Ein anderer wichtiger Meilenstein war für uns, dass wir in einem Schreiben von der UN für unsere Schülerfirma gelobt wurden. So etwas zeigt uns, dass wir mit unserer Schülerfirma wirklich wahrgenommen werden und auch etwas bewegen können.

Wurdet ihr im Gründungsprozess unterstützt? Und wenn ja, wer hat euch geholfen?

Im Gründungsprozess wurden wir vor allem von unserem Lehrer Hr. Schütz sehr stark unterstützt. Eine andere wichtige Unterstützung kam auch von der Mutter einer unserer Mitgliederinnen, die bei der Firma „Roland Bopp GmbH“ arbeitet, über welche wir so auch verhältnismäßig einfach unsere T-Shirts und Hoodies beziehen konnten.

Welche hilfreichen Tipps könnt ihr Lernenden und Lehrenden geben, die eine Schülerfirma gründen möchten?

Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass regelmäßige Treffen das A und O für eine gute Kommunikation sind, und dass eine gute Kommunikation der Schlüssel zu einer funktionierenden Schülerfirma ist. Außerdem würden wir angehenden Schülerfirmen auch noch empfehlen, genau einzuteilen, wo die Aufgabenbereiche der einzelnen Schüler*innen liegen, um so eine Struktur in die Abläufe einer Schülerfirma zu bringen. Außerdem glauben wir, dass es wichtig ist, sich erst einmal Zeit zu lassen, sich zu organisieren und noch nicht gleich zu 100 Prozent in die Geschäftswelt einzusteigen.

Gibt es Punkte, die ihr beim nächsten Mal anders machen würdet?

Wir denken, dass wir abseits von den Kommunikationsproblemen nur wenig anders machen würden. Allerdings würden wir wahrscheinlich nicht ganz so schnell richtig ins Geschäftsleben einsteigen, da uns das anfangs deutlich überforderte und es besser gewesen wäre, uns erst Zeit für das Rechtliche und die allgemeine Organisation unserer Schülerfirma zu nehmen.

Was hat es mit der Initiative "Future Fashion at school" auf sich, die ihr gestartet habt?

Hier werden insgesamt 10 Schulen aus dem Landkreis Heilbronn und Ludwigsburg begleitet, um das Thema "Fashion" zu bearbeiten und die SDGs umzusetzen. Es geht auch, um den Support des Aufbaus von Schülerfirmen. Das Projekt wurde dabei sehr großzügig durch die AMANN Stiftung unterstützt.

Daneben arbeiten wir mit einem Mode Start-up in einem Flüchtlingslager in Burundi zusammen, um hier die Textilindustrie mit aufzubauen. Über die Stiftung für Entwicklung und Zusammenarbeit (SEZ) des Landes Baden-Württemberg können wir über Fördergelder verfügen, die vom Land Baden-Württemberg für diese Initiative freigegeben wurden. Um dieses Projekt umzusetzen, unterstützt uns die Garnfirma AMANN und die Hessnatur-Stiftung sowie weitere Akteure.

Zum Abschluss möchten wir euch noch bitten in einem kurzen Statement zu formulieren, was die Gründung eurer Schülerfirma bedeutet hat und was ihr dabei gelernt habt.

Die Gründung einer eigenen Schülerfirma hat uns einen ganz neuen Blickwinkel auf die Geschäftswelt gegeben. Man lernt Geschäftsabläufe hautnah und praktisch kennen und hat nicht nur den theoretischen Aspekt vor Augen, der einem in der Schule vermittelt wird. Außerdem lernt man sehr viele interessante Menschen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schülerfirma, kennen und kann neue Kontakte knüpfen.

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