Von Stühlen, Shirts und Nachhaltigkeit - Interview mit der Schülerfirma "FairSCHool"

Die Schülerfirma "FairSCHool“ der Schillerschule Aalen will den Gedanken des fairen und nachhaltigen wirtschaftlichen Handelns in der Stadt Aalen, im gesamten Ostalbkreis und in ganz Baden-Württemberg verankern. Den Auftakt machte ein Fair-Trade-Schul-T-Shirts im Jahr 2017. Für ein weiteres Projekt sammelte FairSCHool alte Holzstühle von der Bevölkerung im Ostalbkreis und unterzog sie einem Upcycling. Die Stühle sind derzeit mit einem Infoprojekt auf Wanderschaft und laden die Bevölkerung zum Verweilen und zum Nachdenken über das Thema Nachhaltigkeit ein.

Wie seid ihr auf die Idee für eure NaSch gekommen?

Unsere Lehrerin, Frau Barth, hat einige alte Stühle in den Unterricht gebracht und uns über das Thema bzw. die Möglichkeiten des Upcycling aufgeklärt. Da waren wir so begeistert, dass wir immer neue Ideen eingebracht haben und schließlich die FairSCHool  dafür gründeten.

Was ist das Besondere an eurer NaSch?

Im Vordergrund stehen für uns ein faires Handeln und das Miteinander. Wir agieren nicht nur in unserer Schule, sondern darüber hinaus in der Stadt Aalen und dem Ostalbkreis. Außerdem dürfen wir unsere eigenen Ideen einbringen und entsprechend mitentscheiden. Jeder kann seine Stärken einbringen, daher sind wir so erfolgreich.

Wie setzt ihr Nachhaltigkeit in eurer NaSch um?

Wir sammeln alte Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden (aktuell Stühle und kleine Möbel), von der Bevölkerung. Die Stühle usw. cyceln wir kreativ up .Damit vermeiden wir Müll und geben den Gegenständen ein zweites Leben im neuen Design. Beim Upcycling verwenden wir umweltfreundliche Materialien (z.B. Farben) und teilweise auch solche, die ebenfalls ausgedient hatten (z.B. alte Jeans).  Einige Stühle verschenken wir in soziale Einrichtungen, weitere verkaufen wir an Interessenten. Mit dem Erlös finanzieren wir die Materialkosten für das Upcycling und refinanzieren unsere Fairtrade-Schul-T-Shirts.

Was war bisher die größte Herausforderung bzw. das größte Problem, das ihr lösen musstet?

Nachdem unsere FairSCHool immer bekannter wird und viele davon richtig begeistert sind, bekommen wir immer wieder neue, sehr kurzfristige Anfragen oder Aufträge. Bei lediglich 2 Schul-stunden wöchentlich wird das dann ganz schön knapp, um allem entsprechend nachzukommen.    Z.B. durfte die zum Schuljahr 2018/19 neu zusammengesetzte Schülergruppe die FairSCHool bei der Kick-Off-Veranstaltung im Neuen Schloss in Stuttgart im Rahmen des Würth Bildungspreises im Oktober präsentieren.  So übten wir in sehr kurzer Zeit eine 15-minütige Präsentation als Performance ein, was für uns sehr aufregend war.

Was war bisher das lustigste Erlebnis?

Wir hatten ganz viel Spaß in Stuttgart, als wir unser Projekt bei der Kick-Off-Veranstaltung im Rahmen des Würth Bildungspreises vor Kurzem vorstellen durften. Da hatten wir alle lustige Arbeitshosen an und durften eine kleine Performance vorstellen.

Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet ihr euch für eure NaSch wünschen?

Erstens, wir suchen aktuell nach bürgerschaflich Engagierten, die uns gerne bei unserer FairSCHool unterstützen. Unser Wunsch wäre, bis zum 31.12.2018 mindestens fünf Menschen dafür zu gewinnen. Zweitens hätten wir gern regelmäßig einen ganzen Schultag pro Woche für unsere FairSCHool-Aktivitäten Zeit. Toll wäre drittens, wenn es mehr Lehrkräfte geben würde, die solche praktisch orientierten Projekte durchführen würden, weil wir dabei sehr viel für unser Leben und den Alltag lernen.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Wir haben viel dazu gelernt, wie man alte Gegenstände sinnvoll und nachhaltig upcyceln kann, so dass man sie nicht wegwerfen muss. Außerdem haben wir gelernt, wie man eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung erstellt. Und wir können immer besser präsentieren, sind selbstbewusster geworden, weil wir viele gute Rückmeldungen erhalten haben.

Welche Erfahrung bzw. welchen Tipp könnt ihr Schülerfirmen geben, die sich zu einer nachhaltigen Schülerfirma weiterentwickeln möchten?

Sucht Partner, die euch bei der Weiterentwicklung unterstützen. Das sind solche, die euch Tipps geben können und Wissen vermitteln, aber auch Menschen oder Firmen, die euch finanziell unterstützen. Macht eurer Handeln transparent und kommuniziert darüber.

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