Wo sich viele Schüler für eine Welt einsetzen - Interview mit der Schülerfirma "Eine Welt-AG"

Die „Eine Welt-AG” der Heinrich-von-Kleist-Schule Bochum setzt sich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Projekte für eine Welt ein, in der Menschen fairen Lohn in fairen Arbeitsbedingungen erhalten und in der mit der Natur und Tierwelt schützend und verantwortlich umgegangen wird. So macht die Schülerfirma unter anderem auf fair gehandelte und ökologische Produkte aufmerksam und bietet sie im Schulalltag in ihrem eigenen Schulkiosk oder auf Schulveranstaltungen an. Aus dem Erlös werden unter anderem Patenschaften und weitere soziale Projekte, die den Schülerinnen und Schülern wichtig sind, finanziert.

Wie seid ihr auf die Idee für eure NaSch gekommen?

1996 wurde schon einmal eine Eine-Welt-AG gegründet, die über Armut in Ländern in Afrika und Südamerika informiert und kleinere Projekte finanziell unterstützte. Nachdem diese Gruppe ihre Arbeit eingestellt hatte, hatten wir die Idee, die “Eine-Welt-AG" wieder ins Leben zu rufen und als Nachhaltige Schülerfirma über fairen Handel zu informieren und das Thema in Form eines Kiosks in die Schule zu holen.

Was ist das Besondere an eurer NaSch?

Das Besondere an unserer NaSch ist, dass wir versuchen Nachhaltigkeit - so oft es geht - umzusetzen und dazu lassen wir uns auch schon mal was Besonderes einfallen: am Tag der offenen Tür an unserer Schule haben wir Zuckerwatte hergestellt und verkauft, die aus Bio-Zucker aus fairem Handel war und auf "Stäbchen" aus zertifizierter Holzwirtschaft.

Wie setzt ihr Nachhaltigkeit in eurer NaSch um?

Wir haben in unserer AG den „Eine-Welt Kiosk“. Dort verkaufen wir die verschiedensten nachhaltigen Dinge, wie zum Beispiel „Die gute Schokolade“ oder, wenn es diese mal nicht gibt, auch eine andere Schokolade mit dem Fairtradesiegel. Zusätzlich verkaufen wir Gummibärchen, die keine Gelatine enthalten und somit tierfreundlich sind. Außerdem machen wir noch Aktionen, wie zum Beispiel, dass wir alte, nicht mehr benötigte Handys von Schülern einsammeln und an Menschen weitergeben, die diese benötigen können, wie zum Beispiel Flüchtlinge.

Was war bisher die größte Herausforderung bzw. das größte Problem, das ihr lösen musstet?

Die Festlegung der einzelnen Preise auf zu verkaufende Produkte und Ware gehört zu einem unserer größten Diskussionspunkte. Sich darüber auszutauschen, welche Preise realistisch und akzeptabel für die Kunden sind, hat uns zum Nachdenken und zur Reflexion über Kaufverhalten und Konsumvorstellung angeregt und wir sind darüber in eine lebhafte, kommunikative Gesprächssituation gekommen, die uns inhaltlich- thematisch weiter gebracht hat, was im weitesten Sinne auch die Erziehung zur Nachhaltigkeit fördert.

Was war bisher das lustigste Erlebnis?

Durch einen Videowettbewerb haben wir einen Ausflug in den Essener Grugapark gewonnen und haben Bekanntschaft mit folgender tropischen Pflanze gemacht: der Nux vomica, auf Deutsch: Brechnuss. Das ist schon ein witziger Name.

Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet ihr euch für eure NaSch wünschen?

Da unsere Schule sich im Moment in der Planung für einen Neubau befindet, sind wir schon sehr gespannt wie wir unsere NaSch in das neue Gebäude integrieren können. Wir würden uns wünschen, dass wir einen guten Ort finden, wo wir insbesonders unseren Kiosk platzieren können.Außerdem sind wir mit aktuell sechs Schülern und zwei Lehrkräften keine besonders große AG, weshalb wir immer auf der Suche nach neuen interessierten und motivierten Mitgliedern sind. Um Angebote wie unseren Kiosk zu erhalten, müssen eben viele Leute, viel Aufwand betreiben. Der dritte und damit auch der wichtigste Wunsch ist, dass wir das Ziel unserer NaSch erreichen. Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule sollen dazu bewegt werden nachhaltiger, im Hinblick auf den Namen: Eine-Welt-AG, zu leben.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Wir haben gelernt Verantwortung zu übernehmen. Aber auch das wir uns selbst organisieren müssen.

Welche Erfahrung bzw. welchen Tipp könnt ihr Schülerfirmen geben, die sich zu einer nachhaltigen Schülerfirma weiterentwickeln möchten?

Wichtig ist, dass man nicht wegen eines kleinen Problems aufgibt.

Weiterführende Informationen

 
 
 
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