Interview mit der Schülergenossenschaft "Naschwerk"

Die Schülergenossenschaft "Naschwerk eSG“ der Städtischen Realschule Waldbröl stellt Schokoladenspezialitäten und Backwaren her. Im Rahmen der Produktion wird dabei auf fair gehandelten Kakao geachtet, um die sozialen Bedingungen der Kakaobauern in den Herkunftsländern des Kakaos zu verbessern und um Kinderarbeit bei der Kakaoernte zu bekämpfen. Im Pausenkiosk der Schülergenossenschaften werden neben regional produzierten Backwaren auch weitere Produkte aus fairem Handel angeboten. Der NaSch-Community-Redaktion standen die Schülerinnen und Schüler zu ihren Erfahrungen und ihren Wünschen Rede und Antwort.

Die "Naschwerk eSG“ ist eine Schülergenossenschaft deren Mitglieder für ihre Firma selbst verantwortlich sind und die an der Fortentwicklung ihrer Nachhaltigen Schülergenossenschaft maßgeblich beteiligt sind. Darüber hinaus unterstützt "Naschwerk“ andere Schülerfirmen und stehen ihnen von der Ideenfindung über den Gründungsprozess bis zur Fragen zur Nachfolgeregelung beratend zur Seite.

Wie würdet Ihr eure Nachhaltige Schülerfirma in einem Satz beschreiben?

In unserer Schülerfirma stellen wir Backwaren, insbesondere Schokoladenspezialitäten wie Pralinen her und verkaufen sie neben anderen fair gehandelten und produzierten Produkten in unserem eigenen Pausenkiosk. Wir produzieren also die Waren, die wir verkaufen, selbst. Dabei sind wir ein Team, das gut zusammen hält – auch wenn es mal hektisch oder kniffelig wird.

Wie setzt ihr Nachhaltigkeit in eurer NaSch um?

Bei der Produktion achten wir darauf, dass wir fair gehandelten Kakao und Rohschokolade verwenden. Damit wollen wir einen Beitrag leisten, die sozialen Bedingungen der Kakaobauern in den Herkunftsländern des Kakaos zu verbessern. Gleichzeitig wollen wir so auch der Kinderarbeit bei der Kakaoernte etwas entgegensetzen. Auch für unseren Pausenkiosk kaufen wir die dort verkauften Backwaren in der Region bei einem Bäcker ein, der Wert auf soziale und ökologische Standards in seinen Betrieb legt.

Was ist für euch das Besondere an einer Schülergenossenschaft?

Jedes Mitglied ist gleichberechtigt und unser wirtschaftlicher Erfolg kommt allen, und nicht nur einigen zugute. Auch Arbeiten ist wie in einer richtigen Firma organisiert: Jeder Mitarbeiter ist in einer bestimmten Abteilung und führt da seine Aufgaben aus. So haben wir eine Buchführung, eine Marketingabteilung sowie die Abteilungen Einkauf, Produktion und Verkauf. Darüber hinaus unterstützen wir mit "DenkNaSch“ andere Schülerfirmen und stehen ihnen von der Ideenfindung über den Gründungsprozess bis zur Fragen zur Nachfolgeregelung beratend zur Seite. So können sie von unseren Erfahrungen lernen.

Was war die größte Herausforderung beziehungsweise das größte Problem, das ihr lösen musstet?

In der Vorweihnachtszeit waren wir mit der Produktion ein wenig überfordert. Wir kamen gar nicht richtig hinterher, alle Anfragen zu bedienen. Oft haben wir dann Überstunden geschoben und dabei Unterricht verpasst. Dies ging dann zum Teil sogar so weit, dass es schwierig wurde, in den Fächern mitzukommen.

Welches Ereignis aus dem vergangen Jahr ist euch noch in Erinnerung geblieben?

Die Schülergenossenschaftsmesse "GenoGenial 2.0“ im November 2014 in Düsseldorf. Das war toll, denn wir konnten dort unser Schülergenossenschaft und unsere Produkte präsentieren. Vor allem aber konnten wir uns mit anderen Schülergenossenschaften austauschen. So haben wir viele neue Ideen und Anregungen bekommen. Wir haben auf der Messe aber auch gemerkt, dass viele andere Schülerfirmen dieselben Fragen und Probleme haben, wie wir.

Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet ihr euch für eure NaSch wünschen?

Vor allem mehr Unterstützung von Lehrern. Sie sollten noch mehr als derzeit der Fall ihren Unterricht so gestalten, dass wir selbstständiger arbeiten und lernen können. Unser zweiter Wunsch wäre ein besseres Arbeitsumfeld: eine modernere Küche, schnellere und mehr Computer und mehr Platz für die Lagerung unserer Produkte. Auch ein größeres Schülerfirmenbüro wäre schön. Unser derzeitiges Office ist viel zu eng. Und schließlich wünschen wir uns mehr Zeit für die Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Schülerfirmen aus Nordrhein-Westfalen und aus anderen Bundesländern.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Vor allem als Team zusammenzuarbeiten, Eigenverantwortung zu übernehmen und selbstständig zu handeln. Außerdem haben wir einen realistischen Einblick in betriebliche Abläufe bekommen, was uns auch in unseren späteren Berufsleben zugutekommt. So wir wissen zum Beispiel, wie wichtig Kommunikation und der regelmäßige Austausch untereinander ist.

Welche Erfahrung beziehungsweise welchen Tipp könnt ihr Schülerfirmen geben, die sich zu einer NaSch weiterentwickeln möchten?

Vor allem sollte man in Krisensituationen ruhig bleiben und als Team zusammenhalten. Wichtig ist es außerdem, keine Angst davor haben, Unternehmen aus der Region anzusprechen und um Hilfe zu bitten. So haben wir haben seit Jahren engagierte Ansprechpartner in verschiedenen Verbänden und  Unternehmen vor Ort, die sich selber um mehr Nachhaltigkeit in ihrer eigenen Arbeitsweise bemühen. Sie haben uns schon bei vielen Fragen geholfen.

Was möchtet ihr beruflich einmal machen?

Die Berufswünsche sind ganz verschieden: Einige wollen Sozialpädagoge, Journalist oder Hotelkoch werden. Andere träumen von einer Ausbildung zum Bankkaufmann oder zum Chemielaboranten. Wir wissen von ehemaligen Mitgliedern unserer Schülerfirma, dass die Betriebe gern diejenigen ausbilden, die in einer Schülerfirma gearbeitet haben, ihre Arbeit dort ordentlich dokumentiert haben und diese Mappen dann zum Bewerbungsgespräch mitbringen.

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