Interview mit der Nachhaltigen Schülergenossenschaft "Sports and More"

Die Schülergenossenschaft „Sports and More“ organisiert und veranstaltet für Schüler Eltern und Lehrer der Berufsbildenden Schulen I in Northeim sowie für benachbarte Schulen aus Northeim und für die Öffentlichkeit Sport und Kulturveranstaltungen wie Fußball- und Volleyballturniere oder Kino- und Theateraufführungen. Der NaSch-Community-Redaktion standen die Schülerinnen und Schüler zu ihren Erfahrungen und ihren Wünschen Rede und Antwort.

„Sports and More" ist eine Schülergenossenschaft die als Schülerfirma 2004 besteht und 2006 als Schülergenossenschaft gegründet wurde. Die Mitglieder sind für ihre Firma selbst verantwortlich und sind an der Fortentwicklung ihrer Nachhaltigen Schülergenossenschaft maßgeblich beteiligt.

Wie seid ihr auf die Idee für eure NaSch gekommen?

Da es an unserer Schule bereits einige andere Schülerfirmen gab, wollten unsere Vorgänger (deren Gründung war bereits im Jahr 2004) ebenfalls eine Schülerfirma gründen, mit der sie sich im Wirtschaftspraxisunterricht beschäftigen konnten. Auch eine Veranstaltungsagentur gab zu dieser Zeit schon. Allerdings hatte diese Schülerfirma immer so viel zu tun, dass es genügend Arbeit für zwei solcher Firmen gab.

Wie setzt ihr Nachhaltigkeit in eurer NaSch um?

Wir versuchen die Themen Ökonomie, Ökologie und Soziales in unserer täglichen Arbeit zu berücksichtigen. Nachhaltigkeit fängt deshalb bei uns schon beim Einkauf an. So kaufen wir zum Beispiel nur fair gehandelten Kaffe ein. Wir verkaufen im Rahmen von Veranstaltungen, bei denen wir das Catering organisieren nur nachhaltig und fair gehandelte Produkte. Außerdem verzichten wir auf Plastikgeschirr und nutzen stattdessen umweltfreundliches Porzellangeschirr. Regionale Betriebe werden von uns bei Beschaffungen vorrangig berücksichtigt. Bei Veranstaltungen und unserer alltäglichen Arbeit unterstützen uns unsere Partnerbetriebe. So kooperieren wir beispielsweise bei unseren Schulkinoveranstaltungen mit dem ortsansässigen Kino oder bei den Mitternachtssportveranstaltungen für sozial benachteiligte Jugendliche arbeiten wir mit der Polizei zusammen.
Aber nicht nur der Einkauf, auch die Auswahl unserer Veranstaltungen erfolgt unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten: So zeigen wir zum Beispiel bei Schulkinoveranstaltungen Filme, die sich mit konsum- oder gesellschaftskritischen Themen auseinandersetzen. So unter anderem die Filme „Let’s make money“, „We feed the world" oder „Die Wüstenblume". Darüber hinaus organisieren wir für unsere Mitschüler Theaterstücke, die Themen wie Gewalt, Drogen oder Aids aufgreifen. Gewinne aus unserer Arbeit spenden wir an soziale Einrichtungen der Region, wie zum Beispiel an das Tierheim Northeim.

Was ist für euch das Besondere an einer Schülergenossenschaft?

Dass das Arbeiten wie in einer richtigen Firma organisiert ist:  Jeder Mitarbeiter ist in einer bestimmten Abteilung und führt da seine Aufgaben aus. So haben wir eine Personal-, Finanz-, Verwaltungs-, Beschaffungs- und Marketingabteilung. Auf der Generalversammlung haben alle gleich viel zu sagen, die Schüler ebenso wie die Lehrer. Im Vorstand und im Aufsichtsrat sitzen ebenfalls Schüler, gleichberechtigt neben ihren Lehrern.

Was war euer bisher größtes Erfolgserlebnis?

Unsere Schülerfirma „Sports and More“ hatte vor einigen Jahren mal eine Veranstaltung mit einem Gedächtnistrainer durchgeführt. Dort gab es an einem Tag drei Veranstaltungen, zu denen insgesamt etwa 800 Zuschauer kamen. Das war toll.
2011 hat „Sports and More“ den zweiten Platz beim Geschäftsideenwettbewerb der Genossenschaftsstiftung belegt. Dafür gab es 750 Euro Preisgeld und 2014 sind wir auf einer landesweiten Schülerfirmenmesse in Hannover mit dem Goldenen Schülerfirmenzertifikat des Landes Niedersachsen ausgezeichnet worden. Mal sehen was in 2015 folgt.

Wenn ihr drei Wünsche frei hättet, was würdet ihr euch für eure NaSch wünschen?

Zuerst, dass wir auch in Zukunft so gut mit unseren Partnerunternehmen zusammenarbeiten und die Kunden mit unserer Arbeit zufrieden sind. Wichtig ist dafür auch ein immer gut organisiertes und funktionierendes Team von Mitarbeitern. Das wäre unser zweiter Wunsch. Und schließlich wünschen wir uns für unsere NaSch weiter viele erfolgreiche Veranstaltungen.

Was habt ihr in eurer NaSch (dazu)gelernt?

Vor allem als Team zusammenzuarbeiten, Eigenverantwortung zu übernehmen und selbstständig zu handeln.

Welche Erfahrung oder welchen Tipp könnt ihr Schülerfirmen geben, die sich zu einer NaSch weiterentwickeln möchten?

Kommunikation, Kooperation und der Austausch ist wichtig. So ist es wichtig, mit anderen Schulen oder Schülerfirmen in Verbindung zu treten und sich eventuell sogar eine Partnerschule zu suchen. Für die Betreuung einer Schülerfirma sollen auch mehrere Lehrer zur Verfügung stehen, denn die Arbeit in einer Schülerfirma ist schon sehr zeitaufwändig.

Was möchtet ihr beruflich einmal machen?

Da gehen die Wünsche bei uns sehr stark auseinander. Viele wollen eine kaufmännische Ausbildung beginnen. Einige wollen aber auch weiter zur Schule gehen, das Abitur machen und eventuell studieren. Und am Ende unserer Ausbildung wollen sicher einige eine eigene Firma gründen.

Kontakt

  • http://sportsandmore.biz/
    Hier finden Sie weitere Informationen zu „Sports and More“, und erfahren, wie Sie Kontakt aufnehmen können.

Weiterführende Informationen

 
 
 
Anmeldung

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